Allgemein Ernährung — 07. November 2012
Wenn Kekse, Chips und Co. süchtig machen

Einige Menschen kann Essen genauso süchtig machen wie Drogen, ergibt sich aus einer Pilotstudie, die mit 48 jungen Frauen durchgeführt und in den „Archives of General Psychiatry“ publiziert wurde. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Ashley Gearhardt und ihre Kollegen von der Yale Universität konnten zeigen, dass Probandinnen mit einem hohen „Ess-Sucht-Wert“ eine verhältnismäßig starke neuronale Aktivität im Belohnungszentrum des Gehirns aufwiesen, sobald sie einen Schokoladen-Milchshake trinken durften. Gleichzeitig hatten sie deutlich weniger Aktivität in den hemmenden Hirnregionen, wie Magnetresonanz-Bilder (fMRT) bewiesen.

Gearhardt leitete daraus ab, dass suchtartiges Essverhalten eine ähnliche neuronale Aktivität erzeugt wie Drogen- und Alkoholmissbrach. Dieser Befund deckt sich mit früheren Studien, die postulierten, dass die Entwicklung von Fettleibigkeit (Adipositas) von einem suchtähnlichen Verhaltensprozess begleitet ist. Sowohl bei Drogenkonsum als auch beim Essen wird Dopamin freigesetzt. Die Menge des Dopamins korreliert dabei direkt mit dem subjektiven Glücksempfinden, das beim Konsum von Drogen oder Essen erfahren wird.

Gearhardt und ihre Kollegen untersuchten 48 junge Frauen mit einem Body Mass Index (BMI) zwischen 24 und 40. Diejenigen Frauen, die einen höheren „Ess-Sucht-Wert“ hatten, zeigten eine klar erhöhte Aktivität in den Hirnregionen, die mit Vorfreude und Belohnung in Zusammenhang stehen, während die Aktivität im lateralen orbitofrontalen Kortex – einer Zone, die einen hemmenden Einfluss ausübt und die Fähigkeit hat, zuvor gemachte belohnende Aktionen zu unterdrücken – gering ausfiel. „Dass wir in einer hemmenden Zone weniger Aktivität feststellen, könnte einerseits mit einer verminderten hemmenden Kontrolle während des Konsums von leckerem Essen zusammenhängen – oder aber auch die Folge einer verminderten Sättigung während des Essens sein“, so Gearhardt.

Keine signifikante Korrelation hingegen konnten die Forscher zwischen dem Ess-Sucht-Wert und dem BMI feststellen. Die Studie unterstütze „die Theorie, wonach zwanghaftes Essen teilweise durch eine erhöhte Belohnungsaktivität im Gehirn ausgelöste sein könnte“ und „dass Essen den selbst auferlegten Wunsch zur Kalorieneinschränkung überspielen kann“, was dann unter Umständen in einer unkontrollierten Nahrungsaufnahme mündet.

Die Studie hat einige Einschränkungen, die eine Generalisierung der Resultate vorerst noch nicht erlaubt. So war das Studienkollektiv mit 48 Frauen sehr klein. Personen mit bekannter Essstörung waren ausgeschlossen. Davon abgesehen wurde der Hunger nicht objektiviert, was insofern wichtig gewesen wäre, als dass Hunger und Fasten ähnliche neuronale Mustern im Gehirn erzeugen, die die Messresultate hätten beeinflussen müssen. Zukünftige Studien sollen diesen Punkten Rechnung tragen.

In einer Diät-Beratung, wie sie z.B. in den Musenhof Kliniken in Deidesheim angeboten wird, kann man erlernen, wie  man mit übermäßig häufig auftretendem Hungergefühl oder starken Essensgelüsten umgeht. Die Spezialisten geben nützliche Tipps und Hinweise, die zu einer gesunden und dauerhaften Umstellung des eigenen Essverhaltens führen.

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cgroh

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