Gesundheit — 30. März 2012
Arzt bei einer Operation, dts Nachrichtenagentur
Foto: Arzt bei einer Operation, dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bereitschaft der Deutschen, Organe zu spenden, ist im vergangenen Jahr nach einem Hoch 2010 wieder zurückgegangen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf den Jahresbericht 2011, den die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) nächste Woche veröffentlichen wird. 2011 reduzierten sich die gespendeten Organe auf 3917. Das waren 288 weniger als im Vorjahr.

Die regionalen Unterschiede sind groß: Die höchste Organspenderate verzeichnete laut DSO-Bericht die Region Ost mit 19,1 Spendern pro eine Million Einwohner, die niedrigste Baden-Württemberg mit 10,7. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 14,7. Deutschland schneidet damit im internationalen Vergleich nach wie vor schlecht ab. In der Diskussion um ein reformiertes Transplantationsgesetz warnte die DSO davor, den gefundenen Kompromiss überzubewerten. Der medizinische Vorstand der DSO, Günter Kirste, sagte "Focus", die Einigung der politischen Parteien auf eine Entscheidungslösung sei zwar ein "positives Signal". Die Frage, in welcher Form die Spendebereitschaft abgefragt oder dokumentiert werde, sei aber sekundär gegenüber der organisatorischen Umsetzung an den Kliniken. Noch immer meldeten nicht alle Kliniken potentielle Organspender. Um Mängel in der Krankenhauspraxis auszugleichen, sieht die geplante Neuregelung des Organspendegesetzes vor, die Kliniken zu verpflichten, Transplantationsbeauftragte einzusetzen. Kirste hält das grundsätzlich für sinnvoll, kritisiert aber, dass auch nach der gesetzlichen Neuregelung "klare Vorgaben" für den Beauftragten fehlten - so für deren Freistellung, Bezahlung und Ausbildung.

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(dts)

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