Allgemein Gesundheit — 21. März 2012
Pflegereform: Bahr will durch häusliche Pflege 150 Millionen Euro einsparen Foto: Daniel Bahr, Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde, Text: dts Nachrichtenagentur
Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Im Zuge der Pflegereform will Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) durch mehr häusliche Pflege jährlich 150 Millionen Euro einsparen. Dies geht aus dem geänderten Gesetzentwurf zur Pflegereform hervor, der der "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe) vorliegt. Bei einem Teil der Pflegebedürftigen würden die Stärkung der häuslichen Pflege und ein leichterer Zugang zu Reha-Maßnahmen zu "niedrigeren Pflegestufen" führen, heißt es im Gesetzentwurf. "Es ist davon auszugehen, dass im Zuge dieser Maßnahmen wenigstens ein Prozent mehr häusliche Pflegearrangements aufrecht erhalten werden können als auf Basis des geltenden Rechts." Die häusliche Pflege ist für die Kassen grundsätzlich günstiger als eine Heimpflege. Durch mehr häusliche Pflege und teils niedrigere Pflegestufen ergeben sich dem Gesetzentwurf zufolge Minderausgaben von jährlich rund 150 Millionen Euro. Für das kommende Jahr, dem Start der Pflegereform, rechnet Bahr mit Einsparungen von nur 100 Millionen Euro.

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(dts)

(3) Kommentare

  1. Gesellschaft und Pflegende Angehörige (Daheim statt ins Heim)
    …Warum sollte man nicht seinen Angehörigen zuhause pflegen dürfen, wenn gerade er es verlangt, und nicht ins Heim oder nicht in eine WG möchte? Der größte Pflegedienst der Deutschen Nation, die Pflegenden Angehörigen sollten nicht in das Hartz IV – Raster gehören, da sie mit dieser schweren Arbeit eine sehr große gesellschaftliche Rolle spielen. Die, von den Pflegenden Angehörigen erwirtschafteten finanziellen Entlastungen für die Gesellschaft, sind nicht zu unterschätzen. Jedem pflegenden Angehörigen stehen dem nach alle Rechte und Freiheiten zu, welche durch Hartz IV und den Bezug von ALG II nicht gegeben sind, und die Handlungsfähigkeiten der pflegenden Angehörigen durch die Hartz IV Gesetze sehr stark eingrenzen. Auch eine entsprechende Anerkennung durch die >Angleichung des Pflegegeldes an die PflegesachleistungDurchsetzung aller Rechte für pflegende AngehörigeEin Pflegentgeld in Höhe der PflegesachleistungPflegekräftemangelproblem< bedeutend. Im WIP-Vergleich 2/10 Seite 41, steht Deutschland an Drittletzter Stelle bei den Pflegeausgaben.
    Im Ausland macht man es uns vor. (Bsp.: Niederlande; Norwegen, Schweden,…Österreich, haben wesentlich bessere Pflegebedingungen durch höhere und besser organisierte Pflegeausgaben)
    Jeder kann die Einsparung von dem Oben genannten Vorschlag selbst mit einer normalen Mathematischen Rechnung nachvollziehen.
    Für eine Person (Stufe III) im Heim ca.: = 3200 € Pflegesachleistung einschließlich Zuzahlung.
    Für eine Person (Stufe III) zu Haus ca.: = 1500 € Pflegegeld für Pflegende Angehörige (…mit allen sozialen Abgaben inbegriffen, statt ein viel geringeres Pflegegeld allein, welches ja für den Gepflegten bestimmt ist (Eine Abgabe an Pflegende ist nur eine Kannbestimmung)).
    Das wäre pro einer gepflegten Person eine Einsparung von ca.: 1700 €, gegenüber eines Heimplatzes. Dies muss man nur einmal auf die Millionen Pflegebedürftigen, welche von ihren Angehörigen gepflegt werden, umrechnen. Die eingesparte Summe, welche dabei herauskommt, bedarf keines Kommentares mehr.
    Außerdem wäre es ein humaneres Leben mit mehr Anerkennung für die Leistungen der Pflegenden Angehörigen, welche bislang noch mit Hartz-IV, Sozialgeld und Weniger leben müssen.

  2. Danke Herr Brußmann für Ihre Zeilen. Wir pflegen schon 30 Jahre! unsere Tochter mit Pflegestufe 3 zu Hause.Eine Anerkennung seitens des Staates, hätten wir als Pflegende Angehörige so dringend gebraucht. Ich mag gar nicht ausrechnen, wieviel der Staat nur durch unsere häusliche Pflege gespart hat.
    Wir haben all die Jahre mit Betroffenen und in Vereinen um eine Veränderung gekämpft. Irgentwann verliert man selbst die Kraft zum kämpfen und ist einfach nur enttäuscht und wird selbst krank.
    Herzliche Grüße an Sie

  3. Ja, auch ich pflege einen Angehörigen schon 8 Jahre. Für meine Mutter setze ich mich mit aller Kraft ein. Es macht mir Freude zu sehen, wie sie unter meinen Händen aufblüht. Ins Heim möchte sie keinen Falls. Dort wäre sie niemals so Glücklich. Habe da schon meine Erfahrung gemacht, mit Heimen in der Kurzzeitpflege. Aus einem, wo sie nur 3 Tage verbrachte, kam sie völlig verwahrlost und mit Oberschenkelhalsbruch, als Souvenir, zurück. Meine Meinung ist, dass die Familienangehörigen die allerbesten Pflegekräfte überhaupt sein können und sind.
    Keiner kennt den Charakter und die Gepflogenheiten des Pflegebedürftigen Angehörigen besser als wir. Auch wenn ich Höhen und Tiefen bei meiner Aufgabe durchschreiten muss und manches Mal an
    körperliche und geistige Grenzen stoße. So sehe ich doch die Familie als kleinstes Bindeglied in der Gesellschaft. Da ist es doch gut, wenn man Generationsübergreifend die Pflege gestaltet. Nur das
    bringt die wichtigsten Werte in einer Gesellschaft hervor. Wenn die Familien nicht funktionieren, so ist bald die ganze Gesellschaft mit Problemen, wie Bsp. dem Pflegekräftemangel, überhäuft.
    Es ärgert einem jedoch, wenn man von der Gesellschaft mit Hartz IV/ ALG II abgespeist wird, was einen dann noch, in Ausübung der Pflegetätigkeit, an den Hartz – Gesetzen scheitern lässt.
    Man setzt uns Pflegende Angehörige gleich mit Menschen, die nicht so viele verantwortungsvolle Aufgaben erfüllen.
    Das finde ich von der Politik eine Diskriminierung „Pflegender Angehöriger“.
    Wann begreift man, dass die Pflegenden Angehörigen, auch wenn sie keine Lobby haben, doch ein
    sehr wichtiges und nützliches Bindeglied in unserer Gesellschaft sind. Man sollte sie nicht zum größten, billigsten und ärmsten Pflegedienst der Deutschen Nation verkommen lassen.
    Wann begreift Ihr Politiker endlich einmal…!

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