Gesundheit — 08. Juli 2012
Arzt bei einer Operation, dts Nachrichtenagentur
Foto: Arzt bei einer Operation, dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung will Früherkennung und Therapie von Krebserkrankungen verbessern und die Krankenkassen zu einem größeren Engagement zwingen. Versicherte sollen künftig auch zur Darmkrebs- und Gebärmutterhalskrebsvorsorge gezielt von der Krankenkasse eingeladen werden, ähnlich dem heutigen Verfahren für die Brustkrebsvorsorge für Frauen. Das geht nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagausgabe) aus einem Referentenentwurf von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) für eine "Krebsplan-Umsetzungsgesetz" hervor.

Die Krebsvorsorge soll nun organisatorisch verbessert, ausgebaut und mehr an den medizinischen Fortschritt angepasst werden. Anstelle der heute geltenden starren Altersgrenzen, bei deren Erreichen die Kassen die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen übernehmen, sollen medizinische Kriterien gelten. So könnten Personengruppen, die als gefährdet gelten, früher oder öfter zur Vorsorge geladen werden, schreibt die Zeitung. Kriterien dafür soll der Gemeinsame Bundesausschuss der Kassen und Ärzte festlegen. Das neue Programm könnte vermutlich 2015 an den Start gehen. Heute werden Frauen von 50 bis 69 Jahre zur Brustkrebsvorsorge eingeladen, eine Darmspiegelung zur Krebsvorsorge zahlt die Kasse ab 55 Jahren. Nach dem Willen Bahrs sollen ferner die Länder einheitliche Krebsregister einführen. Gesetzliche Kassen werden zur Teilnahme gezwungen, privaten bleibt sie freigestellt. Die Zusatzkosten könnten sich auf 100 Millionen Euro im Jahr belaufen. Laut Regierung nimmt die Zahl der Krebserkrankungen zu. Mehr als 218.000 Menschen sterben derzeit jährlich an Krebs, jeder vierte Todesfall geht auf diese Krankheit zurück.

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(dts)

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